Familienmediation für pflegende Angehörige

Dank einer unerwarteten Spende konnten die Spitex Nidwalden das Angebot der Familienmediation schaffen. Innerhalb der ersten zwölf Monate kam die Mediation in fünf Fällen zum Zug. Die erste Bilanz fällt positiv aus.


Die Idee der Familienmediation für pflegende Angehörige keimte bei Walter Wyrsch, Geschäftsleiter der Spitex Nidwalden, schon lange. Ausschlaggebend war eine selbst erlebte, familiäre Herausforderung. Sein Vorschlag kam im Team gut an. Gemeinsam definierte man die Dienstleistung "Mediation für pflegenden Angehörige". Doch leider liessen sich die finanziellen Mittel nicht aus dem laufenden Betrieb finanzieren. Denn man wollte das Angebot kostenlos anbieten – auch weil es meist nicht durch externe Leistungen gedeckt ist. Die Idee stand vor dem Aus.


Etwas Schlaues aus der Spende gemacht

Erst durch eine glückliche Fügung wurde sie wieder aktuell. Als Walter Wyrsch im Juli 2019 über den Stanser Dorfplatz lief, tauchte plötzlich ein guter Bekannter auf und sagte: «Walti, gut, dass ich dich sehe. Hier hast du 5000 Franken für die Spitex. Macht etwas Schlaues daraus.» Walter Wyrsch traute seinen Ohren nicht. «Der Bestimmungszweck war mir sofort klar. Es war einer der tollsten Momente, die ich als Geschäftsführer erleben durfte», erzählt er. Der Spender möchte anonym bleiben. Er sorgte aber dafür, dass dank seiner Spende die Anschubfinanzierung sowie bis zu 40 Mediationen gesichert waren.

«Wir sind dankbar, dass wir eine so gute Sache starten durften. Die Familienmediation für pflegende Angehörige ist ein wertvolles Angebot. Sie nützt den Betroffenen und erleichtert die Erbringung von Spitex-Leistungen erheblich.»

Walter Wyrsch, Geschäftsführer Spitex Nidwalden




Dazu gehörte auch die Ausbildung einer medizinischen Fachperson mit dem nötigen Gespür für zwischenmenschliche Töne, neutral und vertrauenswürdig. Die Spende ermöglichte der Pflegefachfrau FH / BScN Natalie Wiler an der Hochschule Luzern eine einjährige berufsbegleitende Weiterbildung, die sie mit einem Certificate of Advanced Studies (CAS) in Mediation abschloss.


Erleichtert die Erbringung unserer Leistungen

Und so konnte das Angebot der Familienmediation für pflegende und betreuende Angehörige im Herbst 2020 starten. «Wir sind dankbar, dass wir eine so gute Sache starten durften. Die Familienmediation für pflegende Angehörige ist ein wertvolles Angebot. Sie nützt den Betroffenen und erleichtert die Erbringung von Spitex-Leistungen erheblich.», ist das abschliessende Résumé von Walter Wyrsch.

Die Herausforderung ist, die Parteien zu begleiten, damit sie selbst erkennen, wo das Problem liegt, warum es für die anderen ein Problem ist und wo ihre gemeinsame Lösung für das Problem ist.

Natalie Wiler, Familienmediatorin




Weitere Informationen

Infoblatt Familienmediation

Angebot Familienmediation

Bericht Spitex Magazin, Dezember 2021




110 Ansichten